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Der Rosenkohl 'Roodnerf' (Brassica oleracea var. gemmifera) ist eine bewährte, nicht hybridisierte Sorte (kein F1-Saatgut) mit aufrechtem, kräftigem Wuchs. Die Pflanzen entwickeln einen stabilen Haupttrieb, an dem sich die charakteristischen Röschen – verdickte, kompakte Achselknospen – von unten nach oben etappenweise ausbilden. Mit einer Wuchshöhe von rund 60–100 cm ist die Pflanze ein echter Platznehmer im Beet, der ausreichend Platz von mindestens 50 cm zur nächsten Pflanze und 60 cm Reihenabstand benötigt.
Die Sortenbezeichnung 'Roodnerf' stammt aus dem Niederländischen und verweist auf die rötlich gefärbten Blattnerven, die dem Laub ein dekoratives Aussehen verleihen. Als samenfeste Sorte eignet sie sich zudem grundsätzlich für die Saatgutvermehrung im eigenen Garten. Das nussig-herzhafte Aroma der mittelgroßen Röschen kommt besonders nach den ersten Frösten zur Geltung, wenn die Kälte die enthaltenen Bitterstoffe abbaut und die Süße betont.
Rosenkohl zählt zu den ältesten kultivierten Kohlgemüsen Europas und wird seit dem Mittelalter – vor allem in Belgien und den Niederlanden – großflächig angebaut. Als wichtiges Wintergemüse liefert er Vitamin C, Vitamin A sowie wertvolle Ballaststoffe und Mineralstoffe. In der Küche ist 'Roodnerf' vielseitig einsetzbar: gedünstet als Beilage, geröstet im Ofen, in Aufläufen, Suppen oder als Teil kreativer Wintergerichte.
Ein praktischer Anbautipp: Das Kappen der Strunkspitze im September fördert die gleichmäßige Ausreifung der Röschen und verbessert deren Qualität. Die stufenweise Ernte von unten nach oben ermöglicht einen langen Erntezeitraum von Oktober bis Dezember – frisch vom Strauch in die Küche.
